Dir gefällt der Artikel? Dann sags gerne weiter!

Rhythm is, where your heart is

Wie du als SängerIn mit Taktgefühl und Rhythmus dein Publikum erreichst

Ein Song lebt größtenteils von Melodie, Harmonien und der Aussage im Text. Komplett und lebendig wird er für uns aber erst durch seinen Rhythmus, z.B. vom Schlagzeug. Das gibt uns als SängerIn nichts an Melodie dazu, doch einen Puls… einen Herzschlag!
Aus meinem Unterricht weiß ich, dass sich viele SängerInnen schwer tun, mit ihrem Körper den Takt zum Song mitzugehen und diesen Rhythmus während dem Singen gleichmäßig zu halten. Teilweise ist es eine richtige Hemmschwelle.
Für mich ist es ganz selbstverständlich, dass ich mich beim Singen an einem Rhythmus orientiere und diesen mit meinem gesamten Körper fühle. Denn erst dann ist es Musik für mich.

Rhythmusgefühl zeigt wie wir Musik empfinden

Da ich von der Gitarre komme, gehören Rhythmus und Takte beim Spielen einfach dazu.
Doch SängerInnen, die noch nie richtig ein Instrument gespielt haben, lernen Singen (genauso wie Sprechen) rein über ihre auditive Wahrnehmung. Heißt, wir hören etwas, z.B. eine Melodie, und imitieren diese so gut es geht. Darüber, wie wir den gehörten Rhythmus aus dem Song auf unsere Körpergefühl übertragen, geschweige denn, dass es da einen Rhythmus gibt, der sich durch den Song zieht, machen wir uns selten Gedanken.
Ganz anders bei Instrumentalisten. Gut, auch wenn man als Kind von den Eltern in den „falschen“ Musikunterricht gesteckt wurde, weil die Blockflöte weniger Platz wegnahm als ein Klavier, ist man dann doch froh, dass einem dort bis zum bitteren Erbrechen das Takt klopfen eingetrichtert wurde.

Unter SängerInnen oft unterschätz:Takt-, Rhythmus- und Körpergefühl

Takt kommt von tactus ‚Berührung‘ und ja, ich weiß, dass hierbei die physische Berührung gemeint ist. Ein Ton „berührt“ eine feste Zählzeit innerhalb eines Taktes, z.B. immer die Viertel Note innerhalb eines 4/4 Takts. Für mich hat jedoch nicht das mathematisch-fundierte, rhythmische System eine Aussage, sondern es kommt darauf an, dass wir als SängerIn mit unserem Gefühl für Takt und dem sich daraus ergebenden Rhythmus des Songs, unsere eigenen Emotionen und die unseres Publikums berühren. Wir stoßen darüber auch an, was wir mit unserem Song/ unserer Musik zu sagen haben.

Ein klarer Rhythmus sagt mehr als tausend Worte

Du kannst die Interpretation eines Songs über dein Rhythmusgefühl bewusst steuern. Geht es dir um eine eindringliche, präzise Aussage wie Wut, Aggression oder Verzweiflung, unterstreichst du diese Wirkung auf dein Publikum am besten indem du direkt auf den Takt singst. Geht es dir darum im Song  Entspannung oder Unsicherheit zu transportieren, kannst du das eher durch ein leichtes „schwimmen“ um den Rhythmus verdeutlichen.
Da deine Stimme ein sehr persönliches, fast schon intimes Instrument ist, wirkst du auf dein Publikum noch authentischer, wenn du ihnen deinen Song nicht nur in einer Melodie, sondern auch in DEINEM gefühlten Groove erzählst!

Das macht uns als SängerIn auf der Bühne nicht nur authentisch, sondern auch unverwechselbar, oder nicht?